Naturfarben – echte Natur oder doch nur Chemie?
Der Begriff Naturfarben ist nicht definiert oder geschützt, sodass neben "natürlich vorkommenden" auch "auf natürlichem Wege hergestellte" wie auch "gesunde" Farben als Naturfarben bezeichnet werden. Es existiert eine große Grauzone, in der von A bis Z wie "Zementfarbe" vieles vertreten ist. Letztere ist in ihrer Ursprungsform, dem mit Wasser anzusetzenden Pulver, als wasser- und witterungsbeständiger Anstrich ideal für ständig nasse Flächen, weist er doch eine hohe Dispersionsoffenheit auf. Zementfarbe als Kunstharzdispersionsanstrich ist dagegen völlig wasserundurchlässig und auch nicht atmungsaktiv, was gerade beim ökologischen Bauen eine wichtige Eingeschaft ist.
Eine echte Naturfarbe verfügt in der Regel über sehr hohe Diffusionswerte, dies bedeutet, dass alle damit behandelten Materialien sehr leicht Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben können. Man erreicht somit ein sehr gesundes, ausgewogenes Raumklima mit Raumfeuchten zwischen 40 und 60%, sodass es für Schimmelbildung zu trocken ist und trotzdem die Schleimhäute nicht gereizt werden, wie es häufig bei zu geringer Luftfeuchtigkeit der Fall ist.