Dickdarmkrebs kann frühzeitig erkannt werden

Eine Krebserkrankung des Darms ist in Deutschland sowohl für Männer als auch für Frauen die zweithäufigste Krebsart. Dabei wird der überwiegende Teil der Tumore im Dickdarm festgestellt. Dickdarmkrebs ist in Zentraleuropa gleichzeitig eine der häufigsten Todesursachen bei Krebserkrankungen. Darmkrebs ist eine schleichende Erkrankung, denn bei ihr kommt es meist zu keinerlei Symptomen, so dass die Krankheit für den Betroffenen selbst nicht zu erkennen ist. Im Dickdarm bilden sich zunächst Darmpolypen, die sich schließlich verändern und dann eine Vorstufe zum Dickdarmkrebs darstellen.

Darmkrebs ist in der heutigen Gesellschaft immer noch tabuisiert, da damit unangenehme Untersuchungen, wie beispielsweise die Koloskopie (Dickdarmspiegelung), assoziiert werden. Dabei ist beim Dickdarmkrebs eine frühzeitige Erkennung schon im Anfangsstadium  lebenswichtig. Mediziner gehen heute davon aus, dass dann eine vollständige Heilung in annähernd 100% der Fälle möglich ist. Gerade bei einer Dickdarmspiegelung ist es gleichzeitig möglich, Polypen (gutartige Wucherungen im Darm) zu entfernen.

Mit einer an der Universitätsklinik Gießen neu entwickelten Methode zur Darmkrebsvorsorge kann durch eine einfache Stuhluntersuchung der Nachweis von Darmpolypen und Tumoren mit bis zu 90%iger Sicherheit erfolgen. Dabei werden im Stuhl diejenigen Enzyme nachgewiesen, die beim Wachstum der Polypen und Tumore nötig sind.

Die Krankenkassen übernehmen eine Voruntersuchung ab dem 50. Lebensjahr. Jedoch wird dieses Angebot bisher nur von 1,8% (!) der Vorsorgeberechtigen angenommen. Doch nur diese Vorsorgeuntersuchungen sind dazu geeignet, die Ziffer derjenigen Menschen, die in Deutschland jährlich an Dickdarmkrebs sterben (bis zu 30.000 / Jahr), langfristig zu verringern.
Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass jährlich in Deutschland etwa 60.000 Menschen neu an Darmkrebs erkranken, muss jedem Menschen zwischen 50 und 70 Jahren zu einer Darmkrebsvorsorge geraten werden.